Tod und Ewiges Leben – Übung 


„Jeder ist sich des ewigen Selbst bewusst. Er sieht so viele Menschen sterben und hält sich doch für ewig, weil es die Wahrheit ist. So setzt sich unwillkürlich die natürliche Wahrheit durch. Getäuscht wird der Mensch, weil der das bewusste Selbst, mit dem fühllosen Leib verwechselt. Diese Täuschung muss aufhören.“

Ramana – Gespräche des Weisen

Wohooo! Soviel geballte Weisheit in so wenigen Wörtern, da wird mir fast schwindelig. Und so toll.

Der Tod, ein Punkt der mich auch immer verwundert. Warum lebt unsere Gesellschaft, als wenn wir alle nicht sterben würden. Warum werde ich älter und fühle mich nicht alt werden. Klar, Körper und Funktionen nehmen ab, fühlen sich älter an – aber ich fühle mich weder älter werden noch habe ich das Gefühl jemals zu sterben.

Ist das nicht absurd, wir alle WISSEN, dass wir sterben werden und die wenigsten in meinem Umfeld, leben danach. Sie leben als wenn sie ewig leben würden, dh. sie leben eigentlich noch gar nicht, lernen, arbeiten, horten, bereiten sich vor auf etwas, als wenn ihr Leben erst noch beginnt. Dabei ist es schnell vorbei. Oder sie arbeiten wie wahnsinnig daran etwas bleibendes zu hinterlassen, wofür? Für was oder wen? Das macht doch alles keinen Sinn ? Hier stimmt doch was nicht?!

Wenn ich weiß und realisiere, dass ich sterben werde, dann lebe ich doch anders – Menschen die ihren eigenen  Tod direkt vor Augen haben sind ein schönes Beispiel dafür. Gibt es eine tiefere Wahrheit in uns die wir einfach nicht realisieren, weil wir sie nicht direkt sehen und wahrnehmen können? 

Vielleicht bringen wir ein paar Dinge durcheinander, weil wir die tieferen Bewegungen des Lebens (noch) nicht realisieren und verstehen, wahrnehmen, leben.

Gehe in dich und spüre nach, frage dich : wie hast du dich innerlich gefühlt mit 5 Jahren? (Nicht Erinnerungen an gute oder schlecht Erlebnisse, sondern nur dein <Ich Gefühl>. Wie hast du dich mit 10 Jahren gefühlt? Mit 15? Mit 20? Mit 30?

….

Und dann frage dich : fühlst du dich wirklich älter? Fühlt sich diese Gefühl: <ich> über all die Jahre wirklich älter an? (Es geht hier nicht um Schmerzen, Gebrechen oder körperliche Veränderungen, sondern um das Gefühl <ich lebe, ich bin>)

Spüre dem nach!

….

Und schließlich frage dich und spüre in dich : wirst du sterben? Fühlst du, das du eines Tages sterben und nicht mehr da sein wirst?

Interessante Erfahrung, nicht wahr? 

Jedesmal wenn ich die Übung mache, ist es paradox – mein Kopf sagt mir: Olli, du wirst sterben! Und so sehr ich mich auch in diesem Gedanken hineinversetzen mag, mein Gefühl sagt – du lebst ewig, bist ewig! Paradox! Und ich fühl mich überhaupt nicht älter, sondern immer gleich – noch nicht mal Alter oder Zeit unterworfen. Klar, fühlt sich mein Körper nicht mehr so fit oder unbeschwert wie mit 10 oder 20 an, aber das Gefühl in mir – zu sein, der ich bin – ist davon vollkommen unberührt. Paradox!

Tun und Sein – Reise Übung  


Weshalb halten Sie sich für tätig? Nehmen Sie zum Beispiel Ihre Reise hierher. Sie verließen Ihr Haus in einem Wagen, nahmen den Zug, stiegen aus, nahmen wieder einen Wagen und finden sich jetzt an diesem Ort wieder. Wenn Sie gefragt werden, dann sagen Sie, Sie wären den ganzen weiten Weg hierher gereist. 

Stimmt das? Ist es nicht viel mehr Tatsache, dass Sie blieben, so wie sie waren, und den ganzen weiten Weg die Beförderungsmittel sich bewegen? Wie sie jetzt jene Bewegungen mit ihren eigenen verwechseln, so machen Sie es ebenso mit ihren anderen Aktivitäten. Es sind nicht ihre eigenen; es sind Gottes Tätigkeiten.

Ramana – Gespräche des Weisen 

Dies ist nicht nur ein wunderbares Bild, eine  Analogie – viel mehr ist es eine erfahrbare Übung. In der Tat unterliege ich der Illusion ich würde reisen, mich bewegen wenn ich in einem ICE sitze und draußen die wunderschöne Landschaft mit 200km/h an mir vorbeizieht. Ich reise aber gar nicht – ich werde „gereist“ von dem Zug. 

Genau das lässt sich erfahren im Zug im Auto, es findet beides gleichzeitig statt. Mein Körper ist ruhig und unbewegt und trotzdem bewege ich mich durch die Landschaft. In solchem Moment kann ich beides gleichzeitig wahrnehmen. Ein erfühlbares Paradoxon. Und tatsächlich bringt es mich in einen Trance ähnlichen Zustand, wenn ich es bewusst wahrnehme – ich beobachte meine Bewegung durch den Raum und gleichzeitig mache ich mir bewusst und fühle, dass sich mein Körper still ist, sich überhaupt nicht bewegt und ganz ruhig bleibt. 

Wenn du im fahrende Zug oder Auto aus dem Fenster schaust, stell dir mal die Frage und gehe in dich : „Bewege ich mich oder bewege ich mich nicht? Wer oder was bewegt sich?“

Und hier geht es nicht um Logik oder Physik, da wäre die Frage schnell beantwortet sondern um das Fühlen und Wahrnehmen. Versuch es mal zu spüren, zu erleben, wie es sich anfühlt, beides zu sein : 200km/h in Bewegung und trotzdem ganz still.

Das ist das Gefühl, der Hinweis auf eine tiefere Wahrheit – das wir durchs Leben reisen und denken wir bewegen uns wie der Zug, dabei sind wird der Passagier, der sich entspannt zurücklehnen und zuschauen kann. Aber so wie ein Zug an uns vorbeisausest ohne das wir einen einzigen Passagier im inneren sehen und wahrnehmen können, so sehen wir auch uns nicht sondern nur die Form die uns begegnet. Der Passagier bleibt verborgen.

Und es zeigt mir noch etwas anderes : das Unterscheiden meiner Selbst, in den Bewussten und den Handelnden, bedeutet nicht, dass die Aktivität aufhört – der Zug hält ja auch nicht an oder verschwindet, wenn ich mir bewusst werde, wie ruhig ich sitze und mich gleichzeitig mit wahnsinnigem Tempo durch die Landschaft bewege. Und sowie ich am Ende erkenne, dass nicht ich mich bewege sondern der Zug, und ich trotzdem durch die Gegend fahre – so erlebe ich mich, als Bewusstsein, das nicht der Handelnden ist, ihn aber wahrnimmt und auf diese Weise gleichzeitig getrennt und doch verbunden ist. Die Handlung wird nicht enden oder sich verändern, aber meine Wahrnehmung.

Der Sinn der alltäglichen Arbeit


„Im Tiefschlaf taucht der Geist nur unter; er wird nicht zerstört. Das, was untertaucht, taucht wieder auf; das bezieht sich auch auf die Meditation.

Der Geist, der ausgelöscht wurde, kann dagegen nicht wieder erscheinen. Daher muss es das Ziel des Yogis sein, den Geist aufzulösen und nicht in laya (Ruhe, Erstarrung, Auflösung, Verschmelzung), den Zustand, in dem er nur vorübergehend zu Ruhe kommt, abzusinken. Aus der Stille der Meditation ergibt sich zwar laya, doch das ist nicht genug. Um den Geist völlig aufzulösen, bedarf es ergänzender Übungen.“

Es hat Leute gegeben, die mit einem belanglosen Gedanken in samadhi eingegangen sind und mit dem gleichen Gedanken wieder erwachten, obgleich inzwischen Generationen über die Erde gegangen waren. Solch ein Yogi hat seinen Geist nicht erlöst. Die Erlösung des Geistes besteht darin, ihn nicht anzuerkennen als ein vom Selbst gesondertes Etwas. Auch in diesem Moment ist der (ihr) Geist nicht; erkennen Sie das! 

Und wie könnten Sie das bessser als in den Betätigungen des Alltags? Diese gehen ganz automatisch vonstatten. Erkennen Sie, dass der Geist, der sie scheinbar veranlasst, tätig zu sein, nicht wirklich ist. Das ist die Methode, wie man den Geist vernichtet.“

Ramana, Gespräche es Weisen

„Meine tägliche Meditation“ – so nannte ich meinen letzten Job (der am Ende fast unerträglich wurde, was gut war, denn so konnte ich mich immer besser beobachten). Ich hatte nicht mehr den Impuls, als Einsiedler in die Einsamkeit oder Rückzug zu gehen zu wollen, um dort für mich zu sein oder zu meditieren. Das bringt auch nicht wirklich etwas, denn solange der Geist besteht, nimmt man ihn überall mit hin und wird den gleichen (eigenen) Themen und Leiden (dann in anderen Gestalten) begegnen.

Die Meditation ist ein Werkzeug aber nicht die Erlösung. Sie hilft mir dabei wach und beobachtend zu bleiben, auch wenn es im Alltag brennt. Aber in der Meditation selbst, wird es nicht die Erlösung geben. Im Gegenteil, im Alltag, kann ich viel besser erkennen, dass der Geist, der mich (an)treibt gar nicht existiert. Der Geist löst sich nicht auf, in dem er in der Meditation ruhig gestellt wird, sondern dadurch das ich erkenne, dass er gar nicht existiert.

Mehr und mehr schaue ich mir selbst zu, bei dem was ich täglich tue. Wie geht das? Wie kann ich mir selbst zuschauen Eigentlich ergibt das keinen Sinn, wie kann ich etwas tun und mir gleichzeitig dabei zuschauen. Wer bin ich denn dann? – der der etwas tut, oder der der zuschaut, oder beides? Hierin scheint ein Weg zu liegen, zu erkennen wer oder was ich wirklich bin. Wer tut denn da eigentlich was, und wieviel Einfluss habe ich da wirklich drauf – was <ich> da tue? (Scheinbar sind da zwei <ich>s? Wie geht das?

Der Alltag in der Welt ist eine echte Gnade, weil er mir hilft zu erkennen, wer ich bin, wenn ich es schaffe zu beobachten und nicht unbewusst darin zu versinken. Wenn ich darin komplett versinke, mein Geist komplett ausgefüllt ist damit – dann wiederum hilft mir Meditation, weil sie meinen Geist zur Ruhe bringt und loslöst vom Alltag. Gehe ich in die Einsamkeit, kann ich zwar meinen Geist beruhigen und Zustände der Auflösung erfahren, aber durchschaut und damit transzendiert habe ich den Geist dann nicht. 

Im Erwachen löst sich das Ego nicht auf (so wie es sich in tiefer Meditation anfühlt, weil die Geistesbewegung aufhört) sondern man geht darüber hinaus und erkennt, dass das eigene <ich> (das bestehen bleibt) nur ein Teil eines Ganzen ist, was ich wirklich bin. 

Der Geist ist eine Bewegung – und Stille


Ich habe jetzt frei – endlich. Es ging mir ein paar Tage super gut – Freiheit – cool. Und dann kommen alle Gedankenmuster wieder. Es ist Wahnsinn – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Geist oder besser Verstand ist sooo schnell. Ich habe gelernt und erfahren zu beobachten – aber macht das die Sache einfacher? Ich weiß nicht, jetzt kann ich den Fluss und das teils unkontrollierte Feuerm der Gedanken sehen oder besser spüren und wahrnehmen. Ich kriege mehr Distanz dazu, bin nicht mittendrin und mitgerissen, aber dennoch sind sie ja ein Teil von mir, und ich kann mich nicht lösen. Das macht die Sache nicht einfacher, denn nun habe ich nicht nur die Gedanken, ich fühle mich ihnen auch irgendwie hilflos ausgeliefert, weil ich sie sehe aber oft nicht sofort ändern kann. Kann ich sie überhaupt bewusst ändern? Will ich das überhaupt?

Hahaha – da ist sie wieder, die alte Falle und Freundin „Bewertung“. Warum verurteile ich die dunklen Gedanken und Emotionen, und lass sie nicht einfach da sein, okay sein, sie gehören einfach dazu. Ich konnte heute Nacht nicht gut schlafen, zuviele Gedanken. Bin um 6:00 aufgestanden. Der Geist ist aktiv – in Bewegung, ich lehne es ab und das ist nicht gut, aber auch das ist, wie es ist. Ich dreh mich im Kreis, mein Verstand.

Und das sind sie,  die zwei Ebenen. Alles dreht sich, Gedanken jagen, überall Bewegungen (ich denke. Ich sehe. Ich höre. Ich fühle. Überall, Eindrücke, Wahrnehmungen, Sensationen) – und dennoch bin ich hier, in der Mitte von all dem, ruhig und beobachte und schreibe, in all der Hektiv. Hahaha – ein Außenstehender würde sich wundern und sagen, wieso Hektik, bei dir ist doch alles ruhig. Aber das täuscht, in meinem Inneren rast alles. Es finden alles in mir statt. Die Bewegung und die Stille, welche die Bewegung wahrnimmt. Ohne diese Stille in mir, die auch irgendwie da ist, könnte ich diese Wahnsinnsbewegungen im Geist gar nicht wahrnehmen.

Irgendwie gehören sie zusammen, diese Stille und die Bewegung. Nur das ich mir früher der Stille gar nicht bewusst war, in der all diese Bewegung wahrgenommen wird. Da war ich nur Bewegung – bis mir schlecht und ganz übel wurde.

Offener Geist 


„Bewahren Sie sich einen offenen Geist, tauchen Sie einwärts und entdecken Sie das Selbst, dann wird Ihnen die Wahrheit aufgehen . Weshalb im Voraus entscheiden, ob das Letzte das Eine sein, ob absolut, eingeschränkt oder Zwei?

Was jetzt behauptet wird, word durch Logig und Verstand erkannt; der Verstand aber leitet sein Licht aus dem Selbst ab. Wie kann das (nur reflektierte und nur teilweise vorhandene) Licht des Verstandes sich das ganze, das Ur-Licht vorstellen? 

Der Verstand kann das Selbst nicht erreichen – wie kann es da dessen Wesen ermitteln?“

Der Wert der heiligen Schriften beruht darauf, dass sie auf das Vorhandensein einer höheren Macht – das Selbst – hinweisen und auf den Weg, der zu Ihr führt. Nur das ist wichtig an ihnen. Ist dies innerlich erarbeitet, dann wird der Rest überflüssig. 

Sie sind nur so umfangreich, um sich dem unterschiedlich entwickelten Verständnis der Suchenden anzupassen. ….

Was lesen wir nicht alles zusammen! Behalten wir alles? Nein. Aber vergessen wir jemals das Wesentliche ? Das Wesentliche durchdringt den Geist, der Rest wird vergessen.“

Ramana – Gespräche des Weisen

Was für tolle Aussagen über Wissen, Verstand und all die religiösen und nicht religiösen Abhandlungen. Der Verstand kann den Ursprung niemals erfassen – keine Buch, kein Wort, keine Vorstellung kann ihn beschreiben. Somit alle Beschreibungen und Erklärungen NICHT ernstzunehmen! Sie sind wie ein Echolot, dass das Meer durchpflügt auf der Suche nach einem UBoot. Jedes Buch, jedes Wort ist ein <Ping> in die Weite des Meeres (Geistes) – bis eines auf Resonanz trifft und in der Tiefe etwas bewegt – ein Erkennen, ein Gefühl, ein Verstehen, ein Flackern, ein Echo – für einen kurzen Moment. Dann wird der Geist jenseits der Worte des Verstandes durchdrungen, erreicht und erwacht – für einen Moment. Darum geht es nicht.

Nimm Schriften und Worte als Resonanz, nimm sie (wenn du kannst) nicht zu ernst – achte darauf, was sie in dir auslösen – die Resonanz, das Gefühl. Der Rest geschieht von selbst – du musst nichts weiter verstehen und nichts tun.

Turmträger – „du trägst nicht die Welt“


mauertragerNehmen Sie z.B. jene Eckgestalt des Tempelturms, die dessen Last auf ihren Schultern zu tragen scheint. Haltung und Gesichtsausdruck bieten das Bild großer Anstrengung, denn die Bürde ist gewaltig. Dabei ruht der Tür in Wirklichkeit auf seinen eigenen Fundamenten in der Erde. Die Gestalt ist lediglich Teil des Turmes; sie scheint ihn nur zu tragen . Ist das nicht seltsam? Genauso geht es dem Menschen mit seinem Empfinden der Täterschaft.

Ramana- Gespräche des Weisen

Hahaha – was für ein wundervolles Bild – und eigentlich  geht es sogar noch ein Schritt weiter. Nicht nur das die Gestalt, den Turm gar nicht trägt – nein – in Wirklichkeit wird sie selbst von dem Turm und seinen Fundamenten getragen und nicht andersherum.

Diese Einsicht – „in Wirklichkeit gar nicht der Handelnde zu sein sondern das Bewusstsein / die Wahrnehmung, welche die Handlung und den Handelnden wahrnimmt“ – ist durch das Bild vllt. leicht zu erkennen aber gar nicht so einfach in seiner Tiefe zu realisieren.

„Wie? Ich bin nicht der Handelnde? Ich handele und tue doch den ganzen Tag etwas!?“ – genau darum geht es, die Handlung (Materie), von der Wahrnehmung (Bewusstsein) zu unterscheiden lernen. Der erster vllt sogar fundamentalste Schritt ist die Erkenntnis, dass man überhaupt handelt. Denn hier löst sich das eigene Bewusstsein bereits ein wenig von der Handlung. Ich habe früher oft gehandelt, ohne mir dessen überhaupt klar zu sein. Und eine Handlung kann alles sein, das ein Mensch tut (Bewegen, Sehen, Fühlen, Schmecken, Hören und auch Denken).

Wenn du das nächste Mal etwas tust, denke an den Turmträger – es scheint nur so, als wenn du die Welt trägst oder beeinflusst, in Wirklichkeit aber ist es genau umgekehrt.

Du musst es nicht verstehen, denke einfach an dieses Bild und die Wahrheit dahinter.

Deine Handlung? – Übung


Setze dich jeden Tag am Abend 20min hin – mach es dir bequem – du brauchst keine besondere Haltung, Diziplin oder Meditation.

Suche dir eine Tat oder Handlung am Tag  aus, von der du 100% überzeugt bist, dass es deine eigene Handlung war.

Und dann prüfe, wie bist du zu dieser Handlung gekommen? – war es wirklich deine ganz eigene Entscheidung? Wie bist du zu dieser Entscheidung gekommen?

Achte darauf, es war immer ein Gedanke zuvor da – aber vorher kam dieser Gedanke?

Du wirst mit der Zeit realisieren, es warst nicht du, es war nicht deine Entscheidung – es war der Gedanke, der deine Handlung auslöste. Und dieser Gedanke wurde ausgelöst durch etwas. Beobachte dich dabei – bist du der Handelnde?

Atem Übung


Atemkontrolle kann innerlich oder äußerlich durchgeführt werden. Die innere Atemregelung geht folgendermaßen vor sich:

Einatmung : <Wer bin ich ?> (koham)

Anhalten des Atems : <Ich bin Er.> (Soham)

Ausatmung : <Ich bin nicht der Körper.> (naham chinta)

Durch diese Übung wird der Atem automatisch reguliert. … Die Atemübung muss nicht genau gemacht werden wie im Hatha Yoga vorgeschrieben wird. Wenn man japa, Dhwani, behalte usw. Übt, dann genügt schon ein wenig Atemkontrolle, um den Geist unter Kontrolle zu bringen. Der Geist ist der Reiter, der Atem das Ross. Pranaymaa ist das Zurückhalten des Pferdes, wodurch auch der Reiter zurückgehalten wird. Ein wenig pranayama genügt schon.

Eine Art der Ausführung ist, den Atem zu beobachten. Der Geist der mit der Beobachtung des Atem beschäftigt ist, wird damit von anderen Betätigungen abgezogen. Dadurch wird der Atem kontrolliert und damit gleichzeitig der Geist.

Rhythmisches Ein- und Ausatmen muss nicht sein, wenn es einem schwerfällt. Es genügt dann, während japa oder dhyana oder anderen Übungen des Atem kurze Zeit anzuhalten. Auch das ergibt gut Resultate.

Traum und Träume der Wirklichkeit


Während sie hier in ihrem Bett (in Tiruvannamalai) liegen, träumen sie, dass sie sich in einer anderen Stadt befinden; die Szene ist für Sie wirklich. Ihr Körper aber bleibt hier auf Ihrem Bett in einem Zimmer liegen. 

Kann eine Stadt in ihr Zimmer kommen? Oder können sie ihr Bett verlassen und irgendwo anders hingehen und dabei ihren Körper hier zurücklassen? Beides ist unmöglich.

In Hiersein und ihr Erleben in einer anderen Stadt sind unwirklich! Dem Geist erscheint beides aber wirklich. Das <ich> aus dem Traum verschwindet bald; dann erzählt ein anderes  <ich> von dem Traum, das aber im Traum nicht mit dabei war: Beide <ich> sind also unwirklich. Aber es gib ein Substrat, die Grundlage des Geistes, aus der die vielen verschiedenen Szenen aufsteigen.

Mit jedem Gedanken erhebt sich ein <ich> und verschwindet wieder mit ihm; so werden in jedem Augenblick viele <ich> geboren und sterben ebenso schnell wieder. Die wirklich Schwierigkeit ist der zählebige Geist. Finden Sie ihn, und sie werden glücklich sein!

Ramana, Gespräche des Weisen

Alles ist in Allem – Das Meer


Sri Bhagavan las aus dem Prabuddha Bharata Kabirs Ausspruch vor:

„Alle wissen, dass der Tropfen im Meer aufgeht, aber nur wenige wissen, dass das Meer im Tropfen aufgeht.“

Das Meer weiß nichts von einer Welle; das Selbst nichts von einem <ich>.

Ramana, Gespräche des Weisen