Free Yourself – Albert Einstein


„A human being is a part of the whole, called by us, „Universe,“ a part limited in time and space. He experiences himself, his thoughts and feelings as something separated from the rest — a kind of optical delusion of his consciousness. 

This delusion is a kind of prison for us, restricting us to our personal desires and to affection for a few persons nearest to us. Our task must be to free ourselves from this prison by widening our circle of compassion to embrace all living creatures and the whole of nature in its beauty. 
Nobody is able to achieve this completely, but the striving for such achievement is in itself a part of the liberation and a foundation for inner security.“
Albert Einstein

Was ist Karma?


F : Es heißt vom jiva (der individuellen Seele), dass sie durch Karma gebunden sei. Ist das richtig? Und wie würde man frei von Karma?

M : Lassen Sie Karma seine Früchte selbst ernten. Sie sind nur so lange der Erntende, wie Sie der <Handelnde> sind.  Erkennen Sie, um wessen Karma es sich handelt, dann werden Sie erkennen, dass Sie nicht der Handelnde sind; damit sind Sie frei.

Für diese Erkenntnis ist die Gnade Gottes nötig, um die Sie zu ihm beten sollten; verehren sie ihn und meditieren Sie über Ihn. Das Handeln, das ohne eigenes Bemühen, d.h. also unwillkürlich geschieht, bindet nicht. (Auch der jnani – der Befreite ist tätig.) 

Solange das Empfinden besteht, selbst <der Handelnde> zu sein, kann es kein Handeln ohne Einsatz von Energie und Absicht geben.

Es gibt zweierlei Arten von Absicht: die eine bindet; die andere bindet nicht. (Die erstere muss aufgegeben werden, die letztere gepflegt werden). 

Es gibt keine Wirkung ohne vorangegangenes Handeln, kein Handeln ohne vorangegangene Absicht; selbst mukti, die Befreiung, muss mit Absicht angestrebt werden, solange das Gefühl, Handelnder zu sein, noch besteht.

Ramana, Gespräche des Weisens

Keine Wirkung ohne Handeln, kein Handeln ohne Absicht – das ist Karma. Es besteht immer. Aber Karma bindet dich nur, wenn du es persönlich nimmst, wenn du denkst, dass du es bist der handelt, und nicht erkennst, dass die Handlung auch ohne dich aufgrund von Karma stattfindet.

Man erzeugt kein eigenes Karma, ebenso wenig wie man durch Karma oder „sein“ Karma gebunden ist. Karma folgt der Polarität – wie ein Meteor einen Krater erzeugt oder ein Stein im Wasser Wellen, so erzeugt eine Handlung ihr eigenes Gegenstück. Und die Handlung basiert auf Absicht. 

Es ist lustig – spreche ich mit Menschen über Karma, verwechslen sie Karma also das reine Prinzip von Absicht, Handlung und Wirkung mit sich selbst als dem Verursacher und denken sie hätten ein persönliches Karma. So wie sie sich selbst nicht erkennen, identifizieren Sie sich auch mit dem Karma und machen es zu etwas Persönlichem. Sie wollen „ihr“ Karma beeinflussen oder lösen, anstatt einfach nur zu erkennen, dass sie gar nichts damit zu tun haben. Das ist verdreht, sie wollen ihr Karma lösen um sich zu befreien, anstatt sich zu befreien, damit das Karma sich selbst auflöst. Das gleicht dem Versuch Wellen auf dem Wasser glattstreichen zu wollen, anstatt die Wellen ihre Bahnen ziehen zu lassen und einfach nur zu warten bis das Wasser wieder ganz still geworden ist.

Sie denken, dass sie ihr Handeln neues Karma erzeugt und sie ihr altes Karma „abarbeiten“ oder ausgleichen müssen. Das ist unmöglich, denn die Absicht irgendwas zu erreichen, erzeugt nur wieder neue Handlungen mit entsprechenden Wirkungen. Die Loslösung findet (wie die Befreiung) nicht im Karma oder der Arbeit im oder mit karmischen Wirkungen statt, sondern auch hier durch das Erkennen und loslassen, also genau dem Gegenteil davon etwas zu erreichen, abzuarbeiten oder aufzulösen. 

Karma Yoga

Deswegen Karma Yoga – nicht um mit Handlungen etwas zu erreichen, zu lösen oder auszugleichen, sondern einfach um zu der Erkenntnis zu gelangen, das Ursachen und Wirkungen entstehen, auch ohne dein bewusstes Zutun. Es ist so simpel – kompliziert wird es erst, wenn du versuchst im Wirken von Karma selbst etwas erreichen oder lösen zu wollen.

Auch bei Diskussionen über Karma Yoga empfinde ich das Pferd oft von hinten aufgezäumt. Es wird da Wert auf die Handlung und die „karmische“ Absicht dahinter gelegt. Dabei ist für mich der Kern gar nicht die Tat, sondern gerade das Losgelöstseim davon. Zu Handeln ohne sich als den Handelnde zu empfinden – das bedeutet für mich Karma Yoga – welche Handlung derjenige da vollzieht ist für mich dabei zunächst irrelevant (sie findet ja eben nicht durch die Person sondern ausschließlich durch das Karma statt, welches unpersönlich ist)

Karma ist immer gut – Karma nutzen  

Aber wir können Karma tatsächlich auf zwei ganz einfache und sehr angenehme Arten für uns nutzen, anstatt dagegen zu kämpfen oder es „bearbeiten“ zu wollen. Tatsächlich durch Karma Yoga – dem bewusst absichtsloses Handeln – das wird aber erst dann Früchte zeigen, wenn das Karma Yoga tatsächlich völlig absichtslos verrichtet wird. Sie selbst zu zwingen absichtslos zu handeln ist absurd paradox und die Idee an sich typisch menschlich verrückt. Ich würde Karma Yoga vielmehr als spannende Übung empfehlen, neugierig mal so zu handeln, als wenn deine Handlungen von allein stattfinden, ohne dass du selbst etwas dazu beiträgst. Lass den Zwang weg, nimm es als Spiel oder Experiment. Sei dir bewusst, dass alle Dinge ohne dich stattfinden, selbst deine eigenes Leben und Handeln, und sei neugierig und gespannt, was passiert und was das mit dir macht.

Sich zu absichtslosen Handeln zu zwingen ist ein Widerspruch in sich und deswegen nutzlos und idiotisch – es ist nicht wirkungslos aber überflüssig. Wenn du den Sinn von Karma nicht transzendiert hast, wird dir Karma Yoga wie ein Gefängnis oder Zwang vorkommen – in dem du dich durch gezwungen fühlst irgendwie „besser“ zu handeln. Du empfindest dich als der bewusst Handelnde (als Karma Yogi) – du denkst noch, dass dein Handeln, dich irgendwie karmisch befreien oder weiterbringen würde, was exakt das Gegenteil von Karma Yoga ist. 

Karma für dich nutzen – Die Gnade der Erkenntnis

Es gibt daher einen noch sehr viel einfacheren Weg, ein Geschenk, das aus dem Karma selbst kommt. Vertrauen! Es ist nicht falsch, sich als den Handelnden zu empfinden – im Gegenteil, nutze das für dich. Aber nicht indem du es loswerden oder durch irgendwelche Handlungen abbauen willst oder verändern willst. Nutze das karmische Prinzip von Absicht – Handlung und Wirkung für dich. 

Jeder Absicht folgt die Wirkung durch eine Handlung, und zwar OHNE deine eigenes Dazutun. Jeder Wirkung – also auch die deiner Befreiung geht eine Handlung voraus und diese hat ihren Ursprung in einer Absicht – das ist Karma in Aktion. Nochmal, denn das ist wichtig, nicht die Handlung sondern die Absicht ist der Schlüssel!  Die Absicht zur Befreiung ist das einzig Sinnvolle, was du tun brauchst –  das einzige was du tun kannst. Es ist doch auch logisch, alles was du darüber hin willst, wird dich wieder nur binden. 

Wenn du an Karma glaubst, dann höre auf irgendetwas zu tun – pflanze die Absicht zu deiner Befreiung und vertraue auf die Gnade – das ist der schnellste weg, wenn du wirklich mit Karma arbeiten möchtest. Deine Befreiung hat nichts mit Arbeit zu tun, es ist einzige dein Wunsch – der von dir einst gesät wurde – befreit zu sein. Durch das Karma erblüht er im Handeln und wird zu Zeiten die Frucht der Befreiung bewirken.  Das ist Karma.

Im Treibsand – Mache ich Fortschritte?


Früher habe ich mir diese Frage sehr oft gestellt, und auch heute ploppt sie immer wieder auf –  ein Zeichen meines Ichs, das unbedingt etwas sein will, etwas erreichen möchte, und glaubt – es sei derjenige, der alles macht, kontrolliert, gestaltet und letztendlich auch die Verwirklichung erzeugt? 

F : Bitte sagt mir, was ich tun soll, wie ich es tun soll, zu welchen Zeiten, an welchen Orten usw.

Der Meister schwieg. Sein Schweigen schien alles zu sagen : habe Frieden und sei still, hier und jetzt, das ist alles.

Am folgenden Tag äußerte er sich dazu : solche Menschen suchen nach einem Mantra für japa, nach dhyana, Yoga oder etwas Ähnlichem. Wozu? Wer ist es der japa ausführt? Wer erntet dessen Früchte? Können sie nicht nach dem Selbst Ausschau halten?

Selbst wenn sie angewiesen werden, japa oä. zu üben, tun Sie dieses eine Zeitlang, aber immer mit dem Blick auf irgendwelche Ergebnisse – Visionen, Träumen oder okkulten Kräften. Und finden Sie diese nicht, dann sagen sie, sie machten keine Fortschritte oder dir vorgeschriebene Askese hätte keine Wirkungskraft. Visionen und dergleichen sind aber kein Maßstab des Fortschritts – die bloße Ausübung von Askese ist bereits Fortschritt – aber es gehört Ausdauer dazu.

Darüber hinaus müssen sie Vertrauen zu ihrem Mantra oder ihrer Gottheit haben und auf Seine Gnade warten. Das tun sie aber nicht. Schon das nur einmal ausgesprochene Mantra hat seine Wirkung, ob der Betreffende dessen nun gewahr wird oder nicht.

Ramana – Gespräche des Weisen

Wie im Treibsand – alles Tun um sich selbst zu befreien, lässt einen schnell und sicher im Sand untergehen – gar nichts zu tun aber auch, dann langsamer – in beiden Fällen wird man sterben. Man selbst kann sich nicht befreien, man kann die Befreiung oder  Hilfe auch nicht herbeizaubern aber dennoch kann man nach Rettung Ausschau halten und rufen. Aber es ist unmöglich sich selbst zu befreien. Versucht man es, geht man gnadenlos unter. Auch wenn es sinnlos oder aussichtslos erscheint, mag jeder Ruf den man aussendet, dennoch etwas oder jmd in der Ferne  aufmerksam machen.

Die Rettung braucht mich nicht 

Die Rettung mag schon längst unterwegs sein, auch wenn man sie noch nicht sehen oder hören kann. Sie suchen dich, wollen dich retten, aber du selbst weißt in der verzweifelten Lage noch nicht einmal davon. Du glaubst nicht mehr an Rettung. Und dein Rufen erscheint dir komplett leer und sinnlos – es bringt ja nix, es verbessert ja meine Situation nicht. Rufst du weiter oder gibst du auf, wenn dein rufen, scheinbar keine Sinn mehr macht? Und dein letzter, „sinnloser“ Hilferuf – an den du selbst nicht mehr glaubst – kurz bevor dein Schopf im Sand versinkt, mag deiner Rettung den Weg zu dir weisen. Und sie ziehen dich heraus aus dem Morast – das nennt man Gnade empfangen.

Die  Ertrinkende 

Als ich Tauchen gelernt habe, habe ich einmal eine Frau in Panik vor dem Ertrinken aus dem Wasser gezogen. Es war schwer, aber nicht die Frau und ihre Rettung, sondern ihre Panik und der Versuch sich selbst zu retten. Es war offensichtlich, dass sie Hilfe brauchte und wollte aber sie konnte sich nicht helfen lassen, weil sie Zuviel Angst hatte dann unterzugehen. Dabei weiß jeder, der schon mal jemanden aus dem Wasser gerettet hat, das es am leichtesten ist, wenn derjenige sich ruhig auf den Rücken legt und retten lässt. Seine Rettung uulässt und vertraut. Aber mach das mal, wenn du Panik und Todesangst bist, ich konnte die Frau sehr gut verstehen. Und so beruhigte ich sie erst einmal, so gut es ging. Ich hätte sie gegen ihren Willen und ihre Angst nicht retten können. 

Vertrauen und loslassen  – lass es zu

Es mag absurd – dem Ego – erscheinen, dass die Wirklichkeit sich ohne dein Zutun offenbart. Aber du kannst nichts machen. Es ist Gnade – du entdeckst oder erleuchtest hier gar nix. Du kommst noch nicht mal voran – es gibt keinen Fortschritt. Je mehr du daran glaubst, desto tiefer versinkst du im Sand. Werde still – rufe und lausche. Und sei dir sicher, dass du Gnade empfangen wirst. Denn das ist der einzige Unterschied zum Treibsand – du kannst auf die Gnade vertrauen. Tust du das? Hast du dieses blinde Vertrauen? Wenn nicht ist es auch okay, es wird sich einstellen, wenn nichts anderes mehr bleibt, als zu vertrauen.

Werde still – und vertraue – und lausche – mehr ist nicht zu tun. 

Die Rettung kommt – du musst sie noch nicht mal verstehen oder an sie glauben. Sie kommt und sie braucht dich nicht – außer Deinem Rufen, um zu erkennen, dass du Hilfe willst. 

Allein dies kann schon eine unglaubliche Befreiung sein. Das Sein entfaltet sich doch nicht in so einer unendlichen Vielfalt des Lebens, um sich dann in eine kleine Box aus Ego zu sperren – hahaha – das Leben ist schön. Beobachte und genieße die Vielfalt, darum geht es. Um Leben, um Sein, um nichts wollen und dadurch gerettet zu werden und alles zu sein.

 

Verstand und Körper


Wir Menschen haben einen Verstand geschenkt bekommen – ein imposantes und mächtiges Instrument. Leider so mächtig, dass wir ein zweites, ebenso intelligentes Geschenk dabei komplett aus den Augen verloren haben – unseren Körper. Heute versuchen wir fast alles über unseren Verstand zu lösen und ignorieren dabei völlig einen ebenbürtigen Partner  – den Körper. Wenn wir beides miteinander in Verbindung nutzen – verdoppeln (wahrscheinlich sogar darüberhinaus) wir unseren Erfolg und unsere Glück.

Der Verstand ist schnell und flexibel, unser Körper dagegen langsam und träge. Polarität.

Oft scheitern wir mit unseren Vorhaben, weil unser Verstand dem Körper etwas aufdrängt und in ein Tempo zwingt, dem er nicht nur nicht folgen kann, sondern sich (zu unserem eigenen Schutz) dagegen wehrt.

Beispiel Fitness oder Abnehmen – schnell ist der Verstand mit Idee und Plan am Start fitter zu werden – das Ergebnis kennen wir alle – der Körper macht nicht mit. Die Anfangseuphorie verfliegt schnell, wir fühlen (Körper) uns nicht mehr motiviert, es tut weh, wir quälen uns, wir hören auf. Warum? Unsere Verstand hat unseren Körper ignoriert und nicht mitgenommen, anstatt mit ihm zusammenzuarbeiten und ihn zu nutzen. Der Körper quittiert das mit schlechtem Gefühl (körperlich oder seelisch) – der Verstand wandert schnell zum nächsten Thema. Thema Fitness erstmal wieder erledigt.

Noch mal Regel Nr 1 : der Körper ist langsam und träge !
Das ist gut so und enorm wichtig. Er gibt Stabilität und Kontinuität, und springt nicht wild umher wie der Verstand. Zum überleben ist das praktisch und sehr effizient. Wir können und sollten genau diese Eigenschaft des Körpers aktiv nutzen, anstatt ihn dafür zu verfluchen – wie nach nicht erreichten Fitness oder Diät zielen. Nicht Körper ist schuld, sondern wir haben den Zusammenhang nicht verstanden und ignoriert. Eine gescheiterte Diät, hat weder was mit schwachem Willen oder einem dummen Körper zu tun, sondern weil Verstand und Körper nicht zusammengearbeitet haben. Und das können wir ändern.

Wie geht das? Das ist einfach – alles was wir verändern wollen, beginnen wir langsam und steigern es stetig und achten darauf, dass es uns Spaß macht! (Das Gefühl das es Spaß macht, ist das Zeichen des Körpers, dass er dabei ist und uns unterstützt).

Regel Nr 2 – Und Glücksempfinden ist der Gradmessen ob wir das richtig Tempo bei unsrem Handeln haben.

Spaß machen heißt dabei nicht, das es immer leicht und bequem ist – im Gegenteil fordern wir unseren Körper und nutzen sein Potential immer mehr aus – flutet er uns mit Glücksstoffe, er belohnt uns, wir belohnen uns. Aber halt nur in seinem Tempo – fühlen wir uns nicht gut und glücklich – war unser Verstand schneller als unser Körper.

Verstand und Körper haben beide eine Gemeinsamkeit – sie wollen immer unser Bestes – auf den ersten Blick ist ihr Vorgehen dabei sehr verschieden aber die Kombination von flexiblem Denken und Verändern sowie stetig, kontinuierlicher körperlicher Anpassung ist das Evolutionswunder, das den Menschen ganz weit nach vorne gebracht hat.

Regel Nr 3 : der Körper lernt durch körperliches (fühlen, bewegen, machen)
Der Körper hat eine vollkommen eigene Intelligenz, die unserem Verstand unbekannt ist. Körper und Verstand sprechen eine unterschiedliche Sprache. Der Sprache des Verstandes ist das Denken (in Bildern und Worten) und der Wille (eine zielgerichtete Art des Denkens). Die Sprache des Körpers heißt Fühlen und Bewegung.

Nutzen wir das :

1 Unser dieser Regeln immer bewusst sein
2 durch mentale Vorstellungen und Bilder überträgt der Verstand sich in den Körper
3 durch körperliche Erfahrungen unterstützt der Körper den Verstand (kalt Duschen)

Am Ende gibt es dir von mir beschriebene Trennung gar nicht – wir sind ein Wesen – Körper und Verstand in Symbiose. Aber die getrennte Betrachtung hilft uns enorm, diese zwei Eigenschaften unseres Wesens, harmonisch miteinander zu nutzen, um unser volles Potential zu erlangen.

noch mal – in unserer heutigen Gesellschaft ignorieren wir den Körper fast komplett – wir machen ich zu einem Sklaven unseres Verstandes – in dem wir ihn beim Sport, der Arbeit, Sex mental in eine Leistungsform zwingen, die nicht seiner Natur entspricht. Die Konsequenzen zeigen sich bei jedem sehr individuelle – durch Leiden auf unterschiedlichen Ebenen.

Was kann ich tun?

1 Nutze deinen Körper für deinen Verstand: Willst du zB deinen Willen stärken? Dann überwinde dich mal jeden morgen und dusche kalt – deine Körper wird das lernen und dann lernt dein Verstand automatisch seinen Willen zu stärken – nur durch eine kalte Dusche am Morgen

2 Belohnen: mache etwas was dein Verstand evtl. ablehnt dein Körper aber gern mag (chillen, süßes) – in Maßen

3 Mach es aber sag auch Nein: Überwinde dich ab und zu mal zu neuem Dingen aber sag nein, wenn dein Körper sagt / signalisiert es reicht. Es ist eine feiner Grad zwischen Grenzen erweiteren und verletzen.

4 Kleine Schritte und langsame Veränderungen: Zwinge nicht deinen Körper sondern mäßige deinen Verstand – nicht der nicht folgende Körper ist das Problem sondern der Vrstand der das körperliche Wachstum – das oft langsamer ist – ignoriert.

5 Machen – um die körperliche Trägheit zu überwinden, muss der Anfangsimpuls, der vom Verstand kommt körperlich auch umgesetzt werden (sonst lernt der Körper nicht – er folgt IMMER dem Verstand – aber nur in seinen Tempo und Leistungs Grenzen)

Wahrheit in mir…


Was heißt Wahrheit überhaupt? Ich finde es blöd, von Wahrheit zu sprechen, das hat sowas Bestimmendes – als wenn ich neun mal klug bin und alles weiß. Klugscheisser – so wurde ich früher genannt. Dabei ist Wahrheit für mich gar kein Wissen – sie ist noch nicht mal eindeutig. Wahrheit ist ein Gefühl – etwas das sich richtig anfühlt. Und sie ändern sich  dauernd, mein Leben lang. Meine Wahrheit.

Ich mag keine Menschen, die mir ihre (oft einzige) Wahrheit verkünden oder verkaufen wollen. Ich selbst tue es – hihi, das nennt man wohl Schattenarbeit und Spiegeleffekt. Auch das ist meine Wahrheit. Und jeder Mensch hat eine andere, und sie streiten sich um die Hoheit ihre Wahrheit(en). Ich auch – boah – was habe ich früher darum gekämpft und gestritten. Ich war blind vor Wut und Zorn, wenn jemand mich nicht verstanden hat und anderer Meinung war. Ich hätte mich geprügelt und getötet, nur um mit meiner Wahrheit am Ende recht zu behalten. Meine Wahrheit war mein Leben, meine Identität, mein Ego. ( zumindest will ich jetzt niemanden mehr töten 😉

Widersprüchliche, Falsche Wahrheit 

Eines Tages, fragte ich mich, warum glauben soviele Menschen soviele verschiedene Wahrheiten. Da kann doch was nicht stimmen. Wie wahr ist denn das? Teilweise widersprechen sich diese Wahrheiten auch noch oder verkehren sich über die Zeit in ihr Gegenteil. Für mich war das ein Zeichen, dass es Wahrheit gar nicht gibt. Es hängt immer vom Betrachter und der Perspektive, ob ich etwas als wahr oder falsch sehe bzw. empfinde. Mir wurde bewusst – ey – hier geht es ja gar nicht um Verstehen oder Wissen – wäre es das, würden wir über vieles doch gar nicht mehr streiten – weil es bewiesen ist. Nein, es geht um ein Gefühl – ich habe recht, ich fühle mich. 

Vielleicht suchen und vertreten wir alle so vehement unsere Wahrheiten, um uns selbstbestätigt zu fühlen und als wahrhaft existent erfahren zu können. 

Wahrheit ein Gefühl

Wir beide streiten uns um die Wahrheit – wie blöd – Hahaha. Dabei wäre es so leicht zu sagen, „du hast recht und ich habe recht“ – selbst wenn unsere Sicht und Wahrheit verschieden  ist. Aber nein, so leicht ist das in solchen Moment nicht. Weil es mir dann eben nicht um das reine Wissen geht. Du willst gesehen werden, mit deiner Wahrheit.  Ich will gesehen werden – es ist mein Gefühl: „gib mir recht, dann siehst du mich“ – dann gibst du mir das Gefühl etwas zu sein. Nimm mir meine Wahrheit, dann nimmst du mir meine Existenz, mein Leben. Wir hängen an unserer Wahrheit, wir hängen an unserem Leben. 

Mich interessiert nur die Wahrheit, bei der du richtig sauer wirst, wenn wir diskutieren. Es ist absurd, manchmal schwankt das sogar damit, mit wem oder wann ich über meine Wahrheit diskutiere. Ein Charismatiker kann meine Wahrheit charmant in Frage stellen, wo ich die Woche zuvor für getötet hätte. Es bedroht mich dann halt nicht in meinem Existenzgefühl. Also hat das nichts, absolut nichts mit dem Wissen über Wahrheit zu tun. Nein, das Empfinden dahinter ist entscheidend. 

Warum werde ich sauer, wenn jmd meine Wahrheit in Frage stellt? Soll er doch, das tut mir doch nicht weh? Doch tut es manchmal – aber warum ?

Wahrheit ist ein Gefühl – Wahrheit ist ein existentielles Lebensgefühl. Ich nehme dir alles, wirklich alles, was du sicher weißt – all deine Gewissheiten über das Leben, alles was du bisher für objektiv, subjektiv wahr gehalten hast. Wer bist du dann? 

Allein die Vorstellung macht mich schwindelig. Schwindel und Übelkeit – die Zeichen des Kontrollverlustes. 

Und das ist sie – die höchste oder letzte Wahrheit, die mich interessiert – die, die nicht ist, aus der alle Wahrheiten entspringen, die Wahrheit, die nicht aus meinem Ego kommt – diese Wahrheit, das glaube ich, lässt sich nicht wissen, und auch nicht erklären, sie lässt wahrscheinlich nur erfahren. 

Ja nimm mir alle meine Wahrheiten – Alle! Und dann – was bleibt dann? Wenn nichts mehr (sicher) ist. Dann bleibt doch nur noch die Wahrheit – aber ich werde sie nicht mehr sehen, fühlen oder sicher benennen können. Weil es ja keine absoluten Wahrheiten mehr gibt, nichts mehr womit ich das, was ich sehe oder fühle in Beziehung setzen könnte. Es bleibt am Ende die Nicht-Wahrheit und ist vielleicht deswegen beständiger als alle Wahrheiten, die ich mir jemals ausgedacht habe.

Wahrheit ist ein Gefühl. Lebe deine Wahrheit – erlebe sie. Die Wahrheit ist in mir.

Kontrolle des Geistes? – wie der Mond im Tageslicht 


„F : Wie bringt man den Geist unter Kontrolle? 

– Was ist der Geist? Wessen Geist?
F : Mein Geist schweift dauernd umher, ich kann ihm nicht zügeln.
– Umherschweifen gehört zur Natur des Geistes. Sie sind aber nicht der Geist. Er springt auf und wieder ab; er ist nicht von Dauer sondern vergänglich, während sie ewig sind. Es gibt nichts als das Selbst, und es geht lediglich darum im Selbst zu verbleiben. Nehmen Sie den Geist nicht wichtig; wenn man seine Quelle sucht, verschwindet er und lässt das unberührte Selbst zurück.
Der Mond leuchtet, indem er das Sonnenlicht reflektiert. Er macht die Objekte deutchlich nachdem die Sonnen untergegangen ist. Geht sie aber aud, dann denkt niemand mehr an den Mond, auch wenn seine blasse Scheibe noch am Himmel zu sehen ist. Ähnlich ist mit dem Geist und dem <Herzen>, der Geist ist nützlich wegen des vom ihm reflektiertem Lichtes, er wird gebraucht, um Objekte zu erkennen. Wird er nach innen gewandt, dann erstrahlt die Quelle der Erleuchtung von Selbst, und der Geist bleibt blass und nutzlos – wie der Mond im Tageslicht.“

Ramana – Gespräche es Weisen 

Der Mond im Tageslicht – er ist oft sichtbar, ohne das wir ihn am strahlenden Himmer wahrnehmen. Wenn wir ihn suchen können wir ihn fast immer – auch tagsüber – finden, aber wenn die Sonne alles erleuchtet und die Welt in ihrem Licht erstrahlt, warum dann den Mond am Himmel suchen? Ganz anders in der Nacht – wer einmal ohne Licht im Stockdunkeln unterwegs war, der weiß das Mondlicht sehr zu schätzen – dann erleuchtet er Alles. Aber auch das ist ja eigentlich die Sonne und nicht der Mond.

Ein sehr schönes Bild – dessen Tiefe sich mir erst nach und nach erschließt – der Mensch ist lustig, wir mühen uns ab mit unserem Geist – wollen ihn mit Meditation verändern oder Yoga oder ähnlichem, um dann endlich das Selbst zu ….werden, sein, entdecken ?! Aber so ist es nicht – es nützt nicht (bis auf die Erkenntnis vielleicht – irgendwann, dass auch Yoga, Meditation oä. nur ein Spiel des Geistes sind – eine Mond Beschäftigung)

Ich liebe Ramana – ignoriere doch den Mond, was willst du mit ihn – warum ihn kontrollieren wollen, sein leichten stärker machen, ihn vermessen, am liebsten ausschalten oder vom Himmel holen … warum schaust du nicht einfach mal vorher das Licht eigentlich kommt, denn auch der Mond wäre nichts ohne dieses Licht. Und in der hellen Sonne, bleibt der Mond noch dort wo er war, aber er wird dich nicht kümmern – du wirst ihn sehen können, aber sein Licht, wird nur noch eins sein mit dem gesamt Licht der Sonne. Und selbst die Sonnen ist einzig Licht, alles wird strahlen und bestehen aus einem Licht. So ist es mit deinem Geist, warum sich damit beschäftigen ? Ihm auch nur Aufmerksamkeit schenken, warum nicht gleich nach dem BewusstSEIN suchen und forschen, aus und indem auch mein Geist entsteht. 

Ich brauch meinen Geist weder schulen, noch kontrollieren oder ruhig stellen – er interessiert doch gar nicht wirklich – er ist was er ist – aber er ist genauso wenig real, wie der Körper – denn beides muss durch irgendwas in mir wahrgenommen werden – wie die nicht sichtbare Sonne den Mond erleuchtet. Was ist das in mir, was mich meinen Geist (womit der sich auch immer gerade beschäftigen mag) und meinen Körper wahrnehmen, bewusst werden lässt. Was ist mein Licht der Sonne – was ist die Sonne in mir, das mein Geist, Mond überhaupt des Nachts scheinen kann?

Frage dich das doch mal, anstatt deinen Geist oder Verstand  irgendwie schulen und weiter formen oder ruhig stellen zu wollen. Du musst deinen Geist nicht schulen oder verändern – lass ihn wie er ist uns schau dich um nach dem Licht in dir – welches auch im Tiefschlaf leuchtet, während dein Geist untergegangen ist.

Die schlichte Wahrheit in ihrer ganzen Nacktheit


„Die Ursache allen Unheils ist die irrige Vorstellung : „ich bin der Körper“; sie muss fallengelassen werden. Das ist Verwirklichung. Verwirklichung besteht weder im Erwerb einer neuen Fähigkeit, noch ist sie eine solche. Sie ist nur die Beseitigung aller Irrtümer. ….

Die höchste Wahrheit ist so einfach. Sie ist nichts anderes als im Ur-Zustand sein. Das ist alles, was darüber gesagt werden braucht. 

Aber man muss sich wundern, dass zur Übermittlung dieser schlichten Wahrheit so viele Religionen, Glaubensbekenntnisse, Methoden und widersprüchliche Auffassungen unter den Menschen entstehen konnten. Wie schade! 

Weil die  Menschen etwas bis in einzelne Ausgearbeitetes, etwas Interessantes, etwas Rätselhaftes wollen, sind die vielen Religionen entstanden, von denen jede so kompliziert ist; und jede Glaubensvorstellung in jeder Religion hat wieder ihre eigenen Anhänger.

Sagt man ihm die schlichte Wahrheit <Das Reich Gottes ist in Euch> dann genügt ihm das nicht; er möchte komplizierte, weitreichende Bedeutungen in eine solch schlichte Feststellung hineinlesen. Nur ein reifer Geist ist fähig, die schlichte Wahrheit in ihrer ganzen Nacktheit zu begreifen.“

Ramana – Gespräche des Weisen 

Tja, mehr bliebe eigentlich nicht zu sagen. Die Nacktheit der Wahrheit – that’s it. Und dennoch gibt es all die Systeme und unterschiedlichsten Wege – ich führe endlose Diskussionen um die Wahrheit – und beleuchte diese Wahrheit mit jedem Buch, was ich lese neu und in ihren unterschiedlichsten Facetten und Perspektiven. Und selbst die Wahrheit der höchsten, einfachen Wahrheit ist wiederum nur eine Wahrheit und eine Perspektive – es gibt im Verstand keine Lösung für dieses Problem – weil der Verstand selbst  das Problem erzeugt und ist. 

Er erfindet immer wieder aufs Neue, sehr überzeugend und glaubhaft für ihn, in diesem Moment – seine Wahrheiten neu, beurteilt und handelt danach . Und natürlich sind alle seine Wahrheiten glaubhaft, vorerst, weil sie ja von ihm selbst erzeugt und gleichzeitig bewertet wurden. In einer modernen Demokratie würde man sagen die Gewaltenteilung funktioniert nicht – Verstand ist Legislative, Judikative und Exekutive in Personalunion – eigentlich ein Dikator.

Es ist sehr lustig. Ohne einen Gedanken, gäbe es ja nur ein Sein – was sonst wäre da? Dann kommt der Verstand und erzeugt Gedanken und Vorstellungen, die ihm immer realere erscheinen. Nein, sie erscheinen ihm IMMER real – in dem Moment. Ihre bloße Existenz in dem Moment ist Zeugnis der Wahrheit genug. Somit erzeugt der Verstand einen Gedanken und er bewertet ihn gleichzeitig – daher ist für ihn alles Wahrheit was erzeugt. 

Aber der Verstand ist clever, also erkennt er früher oder später (spätestens im bewussten Moment des eigenen Todes), das hier irgendetwas nicht stimmen kann – meist durch eine Krise oder schlicht durch das erkennen, das die vermeintliche absolute Wahrheit des eigenen Gedanken, irgendwie nicht von allen so gesehen wird – und das vor allem meine absolute Wahrheit von gestern, morgen plötzlich genau das Gegenteil besagt. Beides Indiziem dafür das diegeglaubt Wahrheit nicht ganz so wahr zu scheint. Was ist denn dann aber wahr?

Und jetzt wird der Wahrheit auf den Grund gegangen, was stimmt hier nicht ? Was stimmt mit mir nicht? …. für viele endet dieser Weg dann einfach bei eine neuen absoluten Wahrheit, für den nächsten Moment. Andere erkennen aber das immer gleiche Muster in anderen Farben und beginnen weiter zu hinterfragen, was ist denn nun die Wahrheit?

Tja und hier läuft der Verstand ins Leere, endlose Schleife, wie die Katze ihrem eigenen Schwanz jagen und töten möchte, weil sie denkt, das sei eine Maus – sucht der Verstand seine letzte Wahrheit in seinen eigens erschaffenen unwahren Gedankenwelten, ohne zu verstehen und zu realisieren, das er selbst das Problem ist. Denn er hat das, was er sucht, mit seinem eigenen ersten Gedanken bereits überlagert, er ist für ihn unsichtbar, denn jeder Gedanken, jede Vorstellung darüber überdeckt es nur. Wenn ein bestehender Gedanke die Wahrheit überlagert und somit für den Verstand nicht mehr erkennbar macht – kann der Verstand die Wahrheit niemals erkennen, geschweige denn erklären,  denn er besteht ja ausschließlich aus Gedanken – somit ist die Wahrheit die der Verstand erkennen, entdecken und erklären will für ihn weder sichtbar noch greifbar. Das bedeutet auch, das ALLE Gedanken, Wörter und Bilder (Glaubensysteme) über eine Wahrheit falsch bzw. sehr unscharf sind.

Der Verstand ist der wilde, verrückte Künstler, der begonnen hat eine leere Leinwand mit schönen Bildern zu bemalen, doch irgendwann wird es ihm zuviel und er möchte die pure Schönheit der sauberen, makellosen  Leinwand zurückermalen – das aber ist unmöglich. Der Künstler selbst und seine Farben sind das Problem – mit dem ersten Pinselstrich – aber er erkennt das nicht und malt jetzt drauf los um die Leinwand wiederherzustellen  – aber selbst reinste weiße Farbe, die er kunstvoll aufträgt, verdeckt nur die Leere der Leinwand mit farbloser Farbe. Es gibt nur einen einzigen Weg die makellose Leinwand wiederzuerlangen – der Künstler muss mit allem aufhören. Er kann die Farben und seine Werke noch entfernen – aber ganz am Ende muss ein Wunder geschehen. Die Leinwand selbst ohne Farbe und Künstler muss erscheinen – die Restfarbe transzendieren und aus sich heraus von sich abschütteln. 

Es gibt keine absolute Wahrheit im Denken – das ist unmöglich – jeder Gedanke an eine Wahrheit beinhaltet schon die Lüge in sich.

Tod und Ewiges Leben – Übung 


„Jeder ist sich des ewigen Selbst bewusst. Er sieht so viele Menschen sterben und hält sich doch für ewig, weil es die Wahrheit ist. So setzt sich unwillkürlich die natürliche Wahrheit durch. Getäuscht wird der Mensch, weil der das bewusste Selbst, mit dem fühllosen Leib verwechselt. Diese Täuschung muss aufhören.“

Ramana – Gespräche des Weisen

Wohooo! Soviel geballte Weisheit in so wenigen Wörtern, da wird mir fast schwindelig. Und so toll.

Der Tod, ein Punkt der mich auch immer verwundert. Warum lebt unsere Gesellschaft, als wenn wir alle nicht sterben würden. Warum werde ich älter und fühle mich nicht alt werden. Klar, Körper und Funktionen nehmen ab, fühlen sich älter an – aber ich fühle mich weder älter werden noch habe ich das Gefühl jemals zu sterben.

Ist das nicht absurd, wir alle WISSEN, dass wir sterben werden und die wenigsten in meinem Umfeld, leben danach. Sie leben als wenn sie ewig leben würden, dh. sie leben eigentlich noch gar nicht, lernen, arbeiten, horten, bereiten sich vor auf etwas, als wenn ihr Leben erst noch beginnt. Dabei ist es schnell vorbei. Oder sie arbeiten wie wahnsinnig daran etwas bleibendes zu hinterlassen, wofür? Für was oder wen? Das macht doch alles keinen Sinn ? Hier stimmt doch was nicht?!

Wenn ich weiß und realisiere, dass ich sterben werde, dann lebe ich doch anders – Menschen die ihren eigenen  Tod direkt vor Augen haben sind ein schönes Beispiel dafür. Gibt es eine tiefere Wahrheit in uns die wir einfach nicht realisieren, weil wir sie nicht direkt sehen und wahrnehmen können? 

Vielleicht bringen wir ein paar Dinge durcheinander, weil wir die tieferen Bewegungen des Lebens (noch) nicht realisieren und verstehen, wahrnehmen, leben.

Gehe in dich und spüre nach, frage dich : wie hast du dich innerlich gefühlt mit 5 Jahren? (Nicht Erinnerungen an gute oder schlecht Erlebnisse, sondern nur dein <Ich Gefühl>. Wie hast du dich mit 10 Jahren gefühlt? Mit 15? Mit 20? Mit 30?

….

Und dann frage dich : fühlst du dich wirklich älter? Fühlt sich diese Gefühl: <ich> über all die Jahre wirklich älter an? (Es geht hier nicht um Schmerzen, Gebrechen oder körperliche Veränderungen, sondern um das Gefühl <ich lebe, ich bin>)

Spüre dem nach!

….

Und schließlich frage dich und spüre in dich : wirst du sterben? Fühlst du, das du eines Tages sterben und nicht mehr da sein wirst?

Interessante Erfahrung, nicht wahr? 

Jedesmal wenn ich die Übung mache, ist es paradox – mein Kopf sagt mir: Olli, du wirst sterben! Und so sehr ich mich auch in diesem Gedanken hineinversetzen mag, mein Gefühl sagt – du lebst ewig, bist ewig! Paradox! Und ich fühl mich überhaupt nicht älter, sondern immer gleich – noch nicht mal Alter oder Zeit unterworfen. Klar, fühlt sich mein Körper nicht mehr so fit oder unbeschwert wie mit 10 oder 20 an, aber das Gefühl in mir – zu sein, der ich bin – ist davon vollkommen unberührt. Paradox!

Tun und Sein – Reise Übung  


Weshalb halten Sie sich für tätig? Nehmen Sie zum Beispiel Ihre Reise hierher. Sie verließen Ihr Haus in einem Wagen, nahmen den Zug, stiegen aus, nahmen wieder einen Wagen und finden sich jetzt an diesem Ort wieder. Wenn Sie gefragt werden, dann sagen Sie, Sie wären den ganzen weiten Weg hierher gereist. 

Stimmt das? Ist es nicht viel mehr Tatsache, dass Sie blieben, so wie sie waren, und den ganzen weiten Weg die Beförderungsmittel sich bewegen? Wie sie jetzt jene Bewegungen mit ihren eigenen verwechseln, so machen Sie es ebenso mit ihren anderen Aktivitäten. Es sind nicht ihre eigenen; es sind Gottes Tätigkeiten.

Ramana – Gespräche des Weisen 

Dies ist nicht nur ein wunderbares Bild, eine  Analogie – viel mehr ist es eine erfahrbare Übung. In der Tat unterliege ich der Illusion ich würde reisen, mich bewegen wenn ich in einem ICE sitze und draußen die wunderschöne Landschaft mit 200km/h an mir vorbeizieht. Ich reise aber gar nicht – ich werde „gereist“ von dem Zug. 

Genau das lässt sich erfahren im Zug im Auto, es findet beides gleichzeitig statt. Mein Körper ist ruhig und unbewegt und trotzdem bewege ich mich durch die Landschaft. In solchem Moment kann ich beides gleichzeitig wahrnehmen. Ein erfühlbares Paradoxon. Und tatsächlich bringt es mich in einen Trance ähnlichen Zustand, wenn ich es bewusst wahrnehme – ich beobachte meine Bewegung durch den Raum und gleichzeitig mache ich mir bewusst und fühle, dass sich mein Körper still ist, sich überhaupt nicht bewegt und ganz ruhig bleibt. 

Wenn du im fahrende Zug oder Auto aus dem Fenster schaust, stell dir mal die Frage und gehe in dich : „Bewege ich mich oder bewege ich mich nicht? Wer oder was bewegt sich?“

Und hier geht es nicht um Logik oder Physik, da wäre die Frage schnell beantwortet sondern um das Fühlen und Wahrnehmen. Versuch es mal zu spüren, zu erleben, wie es sich anfühlt, beides zu sein : 200km/h in Bewegung und trotzdem ganz still.

Das ist das Gefühl, der Hinweis auf eine tiefere Wahrheit – das wir durchs Leben reisen und denken wir bewegen uns wie der Zug, dabei sind wird der Passagier, der sich entspannt zurücklehnen und zuschauen kann. Aber so wie ein Zug an uns vorbeisausest ohne das wir einen einzigen Passagier im inneren sehen und wahrnehmen können, so sehen wir auch uns nicht sondern nur die Form die uns begegnet. Der Passagier bleibt verborgen.

Und es zeigt mir noch etwas anderes : das Unterscheiden meiner Selbst, in den Bewussten und den Handelnden, bedeutet nicht, dass die Aktivität aufhört – der Zug hält ja auch nicht an oder verschwindet, wenn ich mir bewusst werde, wie ruhig ich sitze und mich gleichzeitig mit wahnsinnigem Tempo durch die Landschaft bewege. Und sowie ich am Ende erkenne, dass nicht ich mich bewege sondern der Zug, und ich trotzdem durch die Gegend fahre – so erlebe ich mich, als Bewusstsein, das nicht der Handelnden ist, ihn aber wahrnimmt und auf diese Weise gleichzeitig getrennt und doch verbunden ist. Die Handlung wird nicht enden oder sich verändern, aber meine Wahrnehmung.

von Oliver Veröffentlicht in Übungen

Der Sinn der alltäglichen Arbeit


„Im Tiefschlaf taucht der Geist nur unter; er wird nicht zerstört. Das, was untertaucht, taucht wieder auf; das bezieht sich auch auf die Meditation.

Der Geist, der ausgelöscht wurde, kann dagegen nicht wieder erscheinen. Daher muss es das Ziel des Yogis sein, den Geist aufzulösen und nicht in laya (Ruhe, Erstarrung, Auflösung, Verschmelzung), den Zustand, in dem er nur vorübergehend zu Ruhe kommt, abzusinken. Aus der Stille der Meditation ergibt sich zwar laya, doch das ist nicht genug. Um den Geist völlig aufzulösen, bedarf es ergänzender Übungen.“

Es hat Leute gegeben, die mit einem belanglosen Gedanken in samadhi eingegangen sind und mit dem gleichen Gedanken wieder erwachten, obgleich inzwischen Generationen über die Erde gegangen waren. Solch ein Yogi hat seinen Geist nicht erlöst. Die Erlösung des Geistes besteht darin, ihn nicht anzuerkennen als ein vom Selbst gesondertes Etwas. Auch in diesem Moment ist der (ihr) Geist nicht; erkennen Sie das! 

Und wie könnten Sie das bessser als in den Betätigungen des Alltags? Diese gehen ganz automatisch vonstatten. Erkennen Sie, dass der Geist, der sie scheinbar veranlasst, tätig zu sein, nicht wirklich ist. Das ist die Methode, wie man den Geist vernichtet.“

Ramana, Gespräche es Weisen

„Meine tägliche Meditation“ – so nannte ich meinen letzten Job (der am Ende fast unerträglich wurde, was gut war, denn so konnte ich mich immer besser beobachten). Ich hatte nicht mehr den Impuls, als Einsiedler in die Einsamkeit oder Rückzug zu gehen zu wollen, um dort für mich zu sein oder zu meditieren. Das bringt auch nicht wirklich etwas, denn solange der Geist besteht, nimmt man ihn überall mit hin und wird den gleichen (eigenen) Themen und Leiden (dann in anderen Gestalten) begegnen.

Die Meditation ist ein Werkzeug aber nicht die Erlösung. Sie hilft mir dabei wach und beobachtend zu bleiben, auch wenn es im Alltag brennt. Aber in der Meditation selbst, wird es nicht die Erlösung geben. Im Gegenteil, im Alltag, kann ich viel besser erkennen, dass der Geist, der mich (an)treibt gar nicht existiert. Der Geist löst sich nicht auf, in dem er in der Meditation ruhig gestellt wird, sondern dadurch das ich erkenne, dass er gar nicht existiert.

Mehr und mehr schaue ich mir selbst zu, bei dem was ich täglich tue. Wie geht das? Wie kann ich mir selbst zuschauen Eigentlich ergibt das keinen Sinn, wie kann ich etwas tun und mir gleichzeitig dabei zuschauen. Wer bin ich denn dann? – der der etwas tut, oder der der zuschaut, oder beides? Hierin scheint ein Weg zu liegen, zu erkennen wer oder was ich wirklich bin. Wer tut denn da eigentlich was, und wieviel Einfluss habe ich da wirklich drauf – was <ich> da tue? (Scheinbar sind da zwei <ich>s? Wie geht das?

Der Alltag in der Welt ist eine echte Gnade, weil er mir hilft zu erkennen, wer ich bin, wenn ich es schaffe zu beobachten und nicht unbewusst darin zu versinken. Wenn ich darin komplett versinke, mein Geist komplett ausgefüllt ist damit – dann wiederum hilft mir Meditation, weil sie meinen Geist zur Ruhe bringt und loslöst vom Alltag. Gehe ich in die Einsamkeit, kann ich zwar meinen Geist beruhigen und Zustände der Auflösung erfahren, aber durchschaut und damit transzendiert habe ich den Geist dann nicht. 

Im Erwachen löst sich das Ego nicht auf (so wie es sich in tiefer Meditation anfühlt, weil die Geistesbewegung aufhört) sondern man geht darüber hinaus und erkennt, dass das eigene <ich> (das bestehen bleibt) nur ein Teil eines Ganzen ist, was ich wirklich bin.